Nostalgie

Veröffentlicht in Aug und Ohr mit Tags , am Dezember 17, 2009 von waunders

Nostalgie ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.

Alles im Leben

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , am Dezember 16, 2009 von waunders

Alles im Leben hat zwei Seiten.
Nur das Leben: Das ist eine.

Sonnenmund

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , , am Dezember 14, 2009 von waunders

Die Nacht greift nach den Sternen:
Sag mir, was im Reiskorn steht.
Frag mit Erdbeermund, wann die Sonne wieder scheint.

Heller werden die Tage:
Die Zunge berührt schamrotes Nasenblut
leckt nach innen, was nach außen muss.

Vier Augen sehn mich an:
Heute sehn sie nicht das selbe
was gestern schon verschieden war.

Das Gestern schaut zurück:
Wie schön die Zukunft war!
So seh ich heute über ferne Hügel
was morgen hinter ihnen war.

Wo bist Du gewesen, als ich Dir Dein Auge leckte?
Kummer nässte Rosen
mit dem Sonnenmund.

Trink

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , , am November 28, 2009 von waunders

Die Welt liegt Dir zu Füßen
trink in vollen Zügen
Der Bogen steckt das Ziel.

Trink
die Welt
in vollen Zügen
Mit dem Bogen
Dir zu Füßen.
Mit vollen Zügen
bis zum Ziel.

Kopf & Zahl

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , , am September 25, 2009 von waunders

Ein Bogen macht das Leben
in dem das Heute immer oben ist,
und die Sterne hinter mir zum Himmel
fallen.

Die Treue ferner Tage
(die Nacht braucht keine Sterne mehr)
stellt Dir diese Frage:
(schwarz funkeln goldne Büßertränen)
Was ist Jenseits von Schade?

Angezählt die Jahre schreiben
weiße Steine rückwärts ihre Namen in den Himmel.
So war es immer schon:

Die Vergangenheit straft
Kassandra Lügen.
So schlecht war die Zukunft nicht.

Angezählt am Boden
Jenseits von Büßertränen weißen
die Jahre vorwärts
in den Himmel die
Treue ferner Tage.

Rückwärts lacht ein Licht zurück
Hinter dem Gesicht, die Augen
sehn es nicht.

Sie sehn die Trümmer ferner Tage
Tigerauge, schau zurück!
Immer auf und ab.

Heute fängt die Zukunft an!
Sie kam heut morgen mit der Post.
Mit jeder Zeile, ungelesen,
wurd das Leben leichter.
Und mit der Treue alter Tage
jag ich stärker alle Träume weg:
Sie sind wie Glanz und Gloria
es gibt sie nicht.

Schwarze Welt, sie käut nur wieder
was schon tausend Male
zwischen Zeilen stand.
Die nasse Wunde schrieb dort nieder
was das Herz nicht suchte, aber fand.
Das Gestern kommt je näher
man nach Morgen blickt.

Hohle Phrasen schmelzten Löcher
in die Luft.
Die Vergangenheit gerinnt in meinen Händen
bis es Morgen ist.

Den Bogen zu durchschreiten
war wohl schwer
Heute seh ich aus dem Grab zurück
schmecke frischen Morgenduft.

Gewachsen an dem Hader
zeigt der Tod mir nur
welche Lebensader
wirklich wichtig ist.

So spielt das Leben freudig weinend
mit sich selbst,
am besten so
als gäbs kein Morgen mehr.

Vierundzwanzig Stunden

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , , , am September 22, 2009 von waunders

Was fang ich bloß mit meinem Tage an?
Er ist so kurz noch ehe er begann.

Hundeaugen, blau

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , , am August 14, 2009 von waunders

frag nicht mehr, ob die sterne leuchten in der nacht.
frag nicht mehr nach des mondes hell er wacht.

wieder und wieder sang ich dieses lied
wob mir träume längst vergangner Zukunftstage.

frag nicht mehr nach der Zeit, die vor mir lag.
frag nicht mehr nach den schwarzen lichtern in der nacht.

Unser kuß war versprechen auf Verrat
als wir die sterne sahen
bei mondes bittrer saat
weit geschlossen waren
meine augen
grau.

Herbstmelancholie(?)

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , , am August 12, 2009 von waunders

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Wolkenbrecher

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , am Juni 18, 2009 von waunders

Sehnsucht nennt das Herz

was der Kopf nicht fassen möchte.

Schwermut nennt das Herz

was der Kopf gerne missen würde.

Einer Raupe ohne Flügel gleich fliegst Du

lichtsuchend zwischen den heißen Zapfen hindurch.

Gleichgültig verdampft das Auge im Licht.

Das Herz wird schwer, wenn die Sehnsucht zu Kopfe steigt.

Ansichtssache

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , , am Juni 10, 2009 von waunders

Ein Knabe kam und sprach:

„Groß sein werd ich an fernem Tage.

Dunkelheit liegt auf manchem Stege –

Zum Lichte hin halt ich die Waage.

Mit großen Augen werd ich gehen meine Wege.“

Ein Starker kam und sprach:

„Groß, das bin ich jeden Tag!

Mein Tag, das ist die Nacht und rast,

leben möcht’ ich Schlag auf Schlag:

Nimmer fragt mich einer: ‚Was verpasst?’“

Ein Mann steht nun da und spricht:

„Der Knabe sah ins Licht

Der Starke sah das Dunkel nicht.

Das Leben aber, ach, ich Nihilist

wird zum Ort, wo eines zweimal ist.“

Am frischen Grabe weint ein Greis

schwarz, mit Blume weiß,

Er klagt: „Das Licht war nah,

Das Dunkel auf dem Weg dorthin

war alles was er sah.“

Die Grabesrede sprach ein weiser Mann:

„Der Greis, das Kind

zweimal eines sind.

In der Mitte flieht das Licht.

Der Mann: Er sah es nicht.“

Seit der Zeit vergeht kein Tag

an dem kein kleines Lichtlein weht

in der Kerze auf dem Grab

dem Mann zur Seite steht.

Gereiztes Wort

Veröffentlicht in Blut, Kieferharz mit Tags , , , am Juni 9, 2009 von waunders

Gestaltenloser Identitätszwang:

Personifizierte Anonymität.

Wurzelloses Bindungsversprechen:

Kalte Reihenhausexistenz.

Seichtes Bildungshochniveau:

Durchdeklinierter Lebenslauf.

Serielle Monogamie:

Der Tanzbär auf dem Standesamt

nimmt die Milch für die Zeit danach.

Der Lebenslauf mit Stammbaum hält vom Tode her

das Ruder auf dem Scherbenrad

nach unten in den Himmel.

Doppelt belichtet

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , , am Juni 8, 2009 von waunders

Kleines Herz, was schlägst Du noch?
Den letzten Schritt mußt Du geh’n allein
Kummer, Leid: Wer will’s schon seh’n durchs Schlüsselloch?
Eckstein, Eckstein: Alles muß versteckt sein.

Wie einfach wär’s, bliebst einfach steh’n
Einmal werden wir noch wach,
durch Wind und Erde könnt ich geh’n:
Die Zeit, sie hat nen großen Lump gemacht.

Bliebst einfach steh’n: Was ist’s so schwer?
Durch die Venen pumpt doch nur die Agonie
Der Menschen Wort verstand ich nie.
Kieferharz, kommst’ eh schon bald daher.

Schlägst einfach weiter: Der Kreis des Lebens wird nicht rund
und so stehl ich weinend mich aus diesem Bund.
Kleines Herz, wir zwei alleine, ich und Du
Und nur der Mann im Mond schaut zu.

Vom Ende her gesehen

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , , am Juni 7, 2009 von waunders

Scherbenrad: Nimm mich mit.
Das Brautkleid für den Mann
wird im Kieferharz den Sommer beweinen.

Scherbenrad: Zieh das Brautkleid aus!
Kiefer, lass das harzen!
Mann, lass das weinen!
Sommer: Ich will nicht mit.

Mein Scherbenrad sucht den Mund
der Dir dröhnte
mit meinem Ohr
auf der heilen Seite.

Scherbenrad, dreh weiter!
Dreh dich, dreh dich immer weiter!
Bleibst du stehen
Sie werden weinen:
Wunderlich Kieferharz, ganz hell.

Scherbenrad, wirst nicht alt.

Ist und Soll

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , , , am Juni 6, 2009 von waunders

Ich bin der Schauspieler der nicht probt
Ich bin die Mutter die nicht lobt
Ich bin das Kaninchen in dem Stall

Ich bin der Vorhang vor dem Fall

Ich bin der Blinde der sich sucht
Ich bin das Leben vor dem Zug
Ich bin das Fatum vom Verfall

Ich bin der Vorhang vor dem Fall

Ich bin das Wasser das nicht nässt
Ich bin der Dorn der dich verletzt
Ich bin der Tränensack der Nachtigall

Ich bin der Vorhang vor dem Fall

Ich bin die Frage die dir Antwort brüllt
Ich bin die Prophezeiung die sich nie erfüllt
Ich bin die Euphorie mit Pilzbefall

Ich bin der Vorhang vor dem Fall.

Die Liebe sagt

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , am Juni 5, 2009 von waunders

Die Liebe sagt das Leben.

Die Liebe sagt: das Leben.

Die Liebe ist sagt das Leben.

Die Liebe sagt: das ist Leben.

Liebe sagt

wer

das Leben sagt

er

meint die Liebe.

Lebenszahl

Veröffentlicht in Kieferharz mit Tags , am Juni 4, 2009 von waunders

Das Leben gibt die Wahl:

der Mensch, er glaubt der Zahl.

Von der Wiege bis zur Bahre:

Sind es dreißig Jahre?

Leben geht hinfort:

Mit Dir mit an einen fremden Ort.

Und der bunte Bogen in dem Regen

erzählt, woher wir kamen, wohin wir gehen.

Doch den Bogen zu durchlaufen, das ist schwer:

ich fühl es, ich fürcht’ es doch so sehr.

Kassandra

Veröffentlicht in Blut mit Tags , , am Juni 3, 2009 von waunders

Du –  blauer Wind in der aufgehenden Rose:

Die Gedanken sind süßer als die Nähe

die mich mitnimmt übers kochende Eis

Feuer in der Nacht und roter Schnee,

mit Wolken unter den Füßen.

Du sagst mir auch dunkles und ich fliege

Kassandra streichelt uns

sie hört was sie

will sie denkt

Du glaubst ihr mehr als

dem Wind der dunkles sagt und

umsäuselt die Welt und sagt Kassandra und meint

uns.